GFG006-Kommunikation- I almost agree!

Gelungene Kommunikation

Das größte Problem in der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden.
George Bernard Shaw

In dieser Podcastfolge gebe ich Ihnen meine 5 Tipps für die gelungene Kommunikation

  1. Kommunizieren Sie empfängergerecht
    • Es ist ein Unterschied, ob sie mit einem Vorstandmitglied oder einer studentischen Hilfskraft, mit einem faktenorientierten oder emotionalen Menschen oder einem nationalen oder internationalen Partner sprechen.
  2. Kommunizieren Sie kurz und klar
    • Versuchen Sie dabei nicht, unangenehme Botschaften in schöne Worte zu verpacken.
  3. Kommunizieren Sie ehrlich und verletzten Sie niemand
    • Machen Sie sich klar, nur der Empfänger entscheidet wie er Ihre Botschaft aufnimmt.
  4. Bleiben sie menschlich
    • Nehmen Sie Ihre Gesprächspartner ernst und versuchen sie sich in Ihre Lage zu versetzten. Ach ja, ein bisschen Humor kann dabei ebenfalls helfen.
  5. Achten Sie auf die Töne zwischen den Zeilen, Ihre Mimik und Ihre Körpersprache

Da hat man mal wieder aneinander vorbeigeredet, Absprachen nicht eingehalten oder Termine verschwitzt. Alles Dinge, die einerseits Geld kosten und andererseits Vertrauen zerstören und sogar Karriereaussichten behindern. In der neuen Podcastfolge gehen wir diesem Problem mal auf den Grund. Für eine Führungskraft gehört Kommunikation zum täglichen Handwerk und wie jedes Handwerk ist gute Kommunikation erlernbar. Im Prinzip geht es bei „Kommunikation“ jedoch um nichts anderes als den Austausch von Wissen, Erfahrung oder Information. In erster Linie denken wir bei Kommunikation immer an die Sprache. Die nonverbalen und haptischen Möglichkeiten sind mindestens gleichermaßen wirksam.Und wie ein Hund sind auch wir Menschen in der Lage, durch unsere Körpersprache Verlangen, Abwehr, Dominanz, Furcht, Mut und Trauer zu vermitteln bzw. diese von einer anderen Person zu empfangen.

Paul Watzlawick, ein bekannter österreichischer Psychologe sagte dazu:
Man kann nicht nicht kommunizieren“.

Ist unsere Kommunikations vertrauenswürdig?

Unser größtes Problem liegt darin, die verschiedenen Arten der Kommunikation wie Inhalt, Stimme, Körpersprache, so miteinander zu verbinden, dass die Nachricht glaubwürdig ist und nicht widersprüchlich erscheint. Durch die Hirnforschung ist bekannt, dass wir in weniger als 200 ms, also einem Wimpernschlag, intuitiv die Entscheidung treffen, ob ein Mensch oder eine Information vertrauenswürdig, sympathisch, professionell, kompetent, selbstbewusst oder schüchtern ist. Nicht umsonst gibt es das viel zitierte Sprichwort, dass es „keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt“. Klassische Beispiele sind das Vorstellungsgespräch, Meetings mit Neukunden oder sonstigen externen Entscheidungsträgern, aber auch für so einfache Dinge wie eine Powerpoint Präsentation oder ein Vortrag. Im Podcast erkläre ich u.a. auch die Fehlinterpretation der 7-38-55 Regel von Albert Mehrabian. Aber nicht nur wir als Führungskraft kommunizieren, sondern auch unsere Mitarbeiter kommunizieren mit uns. Wichtig für uns ist es, die Signale die uns geschickt werden, richtig zu interpretieren.Entscheidend ist für mich ein gegenseitiger respektvoller Umgang. Absolut fehl am Platz ist für mich z.B. das einseitige Duzen, also dass der Chef seinen Mitarbeiter duzt, anderseits aber erwartet mit dem Sie angesprochen zu werden. Oder etwa Dominanz demonstrierende Berührungen wie Handauflegen auf die Schulter. Solche Signale die man als Chef nicht akzeptieren würde, sollte man im Gegenzug ebenfalls vermeiden.

Interkulturelle Kommunikation

Immer wichtiger in unserem Berufsalltag wird die interkulturelle Kommunikation. Die einen nennen dies „Diversity“, andere sagen, „wir müssen bunter werden“. Klar ist, wir werden zunehmend Mitarbeiter mit Migrationshintergrund haben, in internationalen Teams arbeiten oder auch digital mit Kollegen in anderen Ländern kooperieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies eine besondere Sensibilität erfordert, aber auch die Chance eröffnet, soziale Vielfalt konstruktiv zu nutzen. Die Zeiten, in denen es wichtig war einem chinesischen Geschäftspartner die Visitenkarte mit beiden Händen zu überreichen, sind längst vorbei. Dass aber Konflikte in China anders ausgetragen werden und ein Gesichtsverlust für einen solchen Handelspartner unbedingt vermieden werden muss, hat auch heute seine Bedeutung. In Deutschland tun wir uns hier im Vergleich deutlich leichter, die Sach- und Beziehungsebene voneinander zu trennen, als dies z.B. im asiatischen Raum praktiziert wird.

Irrtümer in der Kommunikation

Wir brauchen aber gar nicht so weit zu gehen, bleiben wir in Europa. Englisch ist eine tolle Sprache und mittlerweile wird sie von nahezu jedem beherrscht. Zumindest dann, wenn man sich mit einem anderen Nicht-Engländer austauscht. Die Kommunikation mit einem sogenannten „Native Speaker“ birgt dagegen einige Fallstricke. Die Briten sind ein Volk, die auf das Rechthaben verzichten. Sie wollen für sich und den anderen peinliche Momente vermeiden. Wenn Ihnen also ein Engländer sagt: „I am sure, it is my fault“ also „ ich bin sicher, es ist mein Fehler“ dann bedeutet dies das genaue Gegenteil. Wenn Sie in einer geschäftlichen Verhandlung von Ihrem englischen Gegenüber ein „I almost agree“ hören, sollten Sie nicht den Eindruck gewinnen, es trennen sie nur noch wenige Millimeter. In Wirklichkeit wird Ihnen gerade mitgeteilt, dass Ihr Gegenüber eine völlig andere Meinung hat. Wenn wir diese feinen Unterschiede in der Kommunikation nicht erkennen wird es schwierig. Richtig problematisch wird es, wenn wir diese typisch englischen Idioms irgendwo aufschnappen, abspeichern und dann in Unkenntnis selbst anwenden. Stellen Sie sich vor, einmal selbst den netten Satz „ I hear what you say“ anzuwenden, sie könnten gleichermaßen gesagt haben „ich habe selten größeren Blödsinn gehört“. Egal ob es sich um einen Geschäftspartner oder einen Mitarbeiter in einem internationalen Team handelt, für Irritationen wäre gesorgt. Diese Kette an Beispielen kann man nun beliebig mit den unterschiedlichsten Nationalitäten oder Kulturen fortsetzen. Seien Sie in solchen Fällen gut vorbereitet und sorgen Sie dafür, dass auch Ihre Mitarbeiter lernen andere Codes zu beherrschen. So wie auch Hund und Katze in der Lage sind den jeweiligen Code des anderen zu lernen und zu verstehen, so müssen auch wir dies lernen. Um zukünftigen geschäftlichen Erfolg zu sichern ist es definitiv ein Muss.

Zitat:

Zum Schluss noch das Zitat der Woche, heute von Stefan Wittlin:
„Es ist immer der Mensch der den Hund nicht versteht. Nie umgekehrt.“

Bild: Sergey Nivens

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