GFG041-Hilfe, mein Mitarbeiter riecht unangenehm!

 

Unangenehmer Körpergeruch. Ansprechen oder nicht?

Es kommt immer wieder vor, dass Mitarbeiter, Kollegen oder sogar der Vorgesetzte unangenehm riechen. Das ist zunächst einmal durchaus menschlich, führt jedoch auch ganz schnell zu Unfrieden und Streit. Im heutigen Artikel möchte ich der Sache auf den Grund gehen und Ihnen einige Tipps an die Hand geben. Damit ist dieser Blog- Artikel fast schon Programm, denn Gespür hat natürlich in erster Linie mit riechen zu tun. Es geht nun mit Volldampf rein in den Frühling, mit zunehmend ansteigenden Temperaturen. Wenn wir unsere Nase mit der Nase eines Hundes vergleichen, geraten wir zweifelsohne ins Hintertreffen. Nichtsdestotrotz gibt es auch bei uns Zweibeinern den Spruch: „Ich kann Dich gut riechen“. Jedes Gefühl wie Freude, Aufregung, Wut, Angst, Glück oder Traurigkeit riecht anders. Hunde können diese Gefühle mit Leichtigkeit riechen, aber auch Menschen haben auf diesem Gebiet unglaubliche Fähigkeiten.

Jeder Mensch riecht anders.

Der individuelle Körpergeruch eines Menschen wird weitgehend durch seine Gene bestimmt und ist präziser als der Fingerabdruck. Lediglich eineiige Zwillinge können gleich riechen. Ich möchte hier aber keine Gesundheitsfolge über den Körpergeruch von Menschen beginnen, sondern auf ein immer wieder auftretendes Problem von schlechtem Körpergeruch am Arbeitsplatz eingehen.

Kennen Sie das auch?

Ein Kollege oder ein Mitarbeiter, vielleicht sogar der eigene Chef riecht unangenehm und man weiß nicht, wie man dieses diffizile Problem ansprechen kann ohne hinterher Missstimmung und Unfrieden zu gesät haben. Oftmals versucht man es dann mit der „ durch den Rücken direkt ins Auge Methode“,  wenn Sie verstehen was ich meine. Einer geht hin und reißt demonstrativ das Fenster auf oder platziert sogar ein Raumparfüm. Dann hofft und betet man, dass der Betroffene von ganz alleine merkt was gerade los ist.

In der Regel hilft dies nicht wirklich und da sich auch niemand richtig traut, es offen und ehrlich anzusprechen, passiert nichts, außer dass die Stimmung schlechter wird.
Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage gaben 50% der Befragten an, sich nicht zu trauen, einen Kollegen auf dessen Körpergeruch oder gar Schweißgeruch anzusprechen. Umgekehrt sagten allerdings ca. zwei Drittel, sie wären für einen solchen Hinweis dankbar.

Was tun?

Aber was kann man den nun machen, um einerseits das Problem des unangenehmen Körpergeruchs zu lösen und andererseits den Betroffenen nicht zu blamieren?
Auch für Vorgesetzte sind solche Situationen unangenehm und die meisten hoffen zunächst, dass das Team, die Mitarbeiter untereinander in der Lage sind diese Angelegenheit selbst zu klären.
Schöner Wunsch, funktioniert aber nicht so oft.

Wenn Sie als Vorgesetzter ein solches Geruchsproblem vielleicht nicht selbst festgestellt haben, können Sie von Glück sagen wenn Sie von einem Mitarbeiter darauf hingewiesen werden und zwar bevor die Stimmung in der Gruppe kippt und das Konfliktpotenzial freigelegt wird. In jedem Fall hilft wegducken spätestens dann nicht mehr, schließlich haben Sie als Führungskraft auch eine Fürsorgepflicht. Dies gilt selbstverständlich auch für Außendienst Mitarbeiter, die Sie möglicherweise nur hin und wieder treffen. Stellen Sie sich die Reaktion Ihrer Kunden und die möglichen Konsequenzen vor. Nicht handeln, sowohl  im Außendienst als auch bei allen anderen Mitarbeitern, kann unter Umständen noch viel schwerwiegendere Konsequenzen nach sich ziehen und sich schlussendlich sogar bis zum Mobbing hochschaukeln. Also währet den Anfängen.

Wie sollten Sie als Chef, als Vorgesetzter, nun vorgehen, was gilt es zu beachten? Ich selbst habe sowohl in meinem Berufsleben als auch im Privatbereich solche Situationen erlebt und weiß genau wie man sich in solchen Momenten fühlt.

Hier nun meine 6 Tipps:

  1. Besonnenheit und Diskretion.
  2. Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Fragen Sie sich, wie Sie sich wünschen  würden in einer solchen Situation angesprochen zu werden? Sprechen Sie den Betreffenden also ausschließlich unter 4 Augen an und wahren Sie immer Feingefühl und Respekt.
  3. Unterstellen Sie niemals mangelnde Hygiene. Es kann durchaus gesundheitliche Gründe geben. Gerüche können selbstverständlich auch durch bestimmte Materialien in der Kleidung ausgelöst werden.
  4. Erwarten Sie keine ad hoc Erklärungen und stellen Sie sicher, dass Ihr gegenüber nicht sein Gesicht und seine Ehre verliert. Wie bei jedem anderen Problem im Geschäftsalltag sollten Sie deutlich machen, dass es sich nicht um eine persönliche Ablehnung handelt, sondern dass lediglich der Grund abgestellt werden muss.
  5. Sprechen Sie ausschließlich für sich und nicht für alle anderen, andernfalls geben Sie Ihrem gegenüber ein Gefühl der Ausgrenzung.
  6. Falls es die Größe und der Mitarbeiterstamm eines Unternehmens hergeben, ist es von Vorteil, dieses Gespräch von Frau zu Frau oder von Mann zu Mann zu führen. Wenn dies nicht der Fall ist, sorry, dann müssen Sie als Vorgesetzter trotzdem in die Verantwortung.

Körpergeruch durch gutes Essen

Nun gibt es auch Menschen, die eine große Vorliebe für die Belgische, Französische, Türkische oder Asiatische Küche pflegen und dementsprechend häufig mit Knoblauch in Kontakt kommen. Für mich gilt hier die gleiche Vorgehensweise wie bei allen anderen Körper- oder Mundgerüchen. Es ist belästigend und sollte, wenn notwendig,  angesprochen werden.  Ich halte es für absolut vertretbar intensiven Knoblauchgenuss auf das Wochenende zu legen um Missstimmung am Arbeitsplatz zu vermeiden.

Klar gibt es auch Ausnahmen, stellen Sie sich vor ein Außendienst Mitarbeiter kommt gerade von einer Dienstreise aus dem Ausland zurück. Unangenehme Gerüche verursacht durch die Nahrungsaufnahme können dann nicht vermieden werden und dürfen dann, bestenfalls, mal scherzhaft angemerkt werden.  Aber solche Probleme sind ja spätestens nach zwei Tagen automatisch gelöst.

Noch ein letzter Punkt: Wenn der Chef unangenehm riecht

Besonders delikat wird die Angelegenheit dann, wenn es sich bei dem Betreffenden um den Chef handelt. Teams oder Business Units sind dann gnadenlos und verpflichten dann, wie selbstverständlich, den eigenen Teamleiter um ein Gespräch mit dem Chef zu führen.

Dann kommt es auf Ihr ganz persönliches Verhältnis zu Ihrem Chef und ganz besonders auf Ihr Fingerspitzengefühl an.  Wählen Sie in einem solchen Fall ein paar freundliche Einleitungssätze, mit denen Sie um die Erlaubnis bitten, etwas sehr persönliches sagen zu dürfen. Beifügen können Sie auch, dass Sie in einer ähnlichen Situation sehr dankbar gewesen sind, diesen Hinweis bekommen zu haben. Besonders in solch schwierigen Momenten zeigen sich Ihre Führungsqualität und Ihre persönliche Autorität und genau dies wird Ihr Chef dann auch an Ihnen schätzen.

Damit kommen wir zum Ende dieser Sendung.

Ich bin mir sicher, früher oder später wird jeder, ob Chef, Führungskraft oder Mitarbeiter in einer solchen Zwickmühle stecken und dann heißt es, diese mit Bravour zu meistern. Dabei wünsche ich Ihnen das richtige Händchen, eine erfolgreiche Woche und weiterhin wunderbare Frühlings- und Sommertage, Ihr Thomas Reining.

Haben sie bestimmte Wünsche zu Inhalten oder Themen, dann schreiben Sie mir gerne. Sollten Sie wunschlos glücklich sein, dann empfehlen Sie diesen Blog oder auch meinen Podcastgerne weiter. Einen besonderen Gefallen tun Siemir, wenn Sie mir eine Sternebewertung und Rezension bei Itunes schenken.

Zitat:

Zum Abschluss noch das Zitat der Woche heute von Dieter Gropp

„Lieber bei der Arbeit schwitzen, als solange zögern, bis der Angstschweiß die Oberhand gewinnt.“

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