GFG044-Employer Branding. Wie Sie sich als Arbeitgeber richtig positionieren.

Employer Branding, was ist das eigentlich, was bedeutet es.

Dieser Frage möchte ich heute nachgehen und Ihnen meine sechs besten und wichtigsten Vorschläge für die Umsetzung von Employer Branding nennen. Laut dem Mittelstandmagazin Impulse sehen Deutschlands Angestellte ihre Vorgesetzten extrem kritisch: Einer aktuellen Studie zufolge gilt das sowohl fürs Fachliche, als auch fürs Menschliche. Nur ein Führungsstil schneidet besser ab, der coachende Führungsstil.

Die Meinung über Vorgesetzte

Fachlich inkompetent, menschlich überfordert: Viele Mitarbeiter in Deutschland halten nicht besonders viel von ihren Chefs. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Emotionale Führung am Arbeitsplatz“ der Personalberatung Rochus Mummert. Gerade einmal 37 Prozent der Angestellten bezeichneten ihren direkten Vorgesetzten als „fachlich für den Job geeignet“.
Und nicht nur das: Nur knapp jeder Dritte hält seinen Chef für charakterlich qualifiziert. Zwei Drittel der Befragten beklagen, dass ihr Vorgesetzter ihre Leistung nicht anerkenne und bei Problemen nicht genug ansprechbar sei.  Harte Kritik, die aber offensichtlich den Führungsalltag widerspiegelt, keine gute Werbung für ein Unternehmen darstellt aber nun den Übergang in das heutige Thema liefert.

Employer Branding = Die Arbeitgebermarke

Den Begriff Employer Branding gibt es seit den 1990er Jahren und er bedeutet so viel wie das Erschaffen und das Erhalten einer Arbeitgebermarke. Dabei bedient sich das Employer Branding bei  den klassischen Instrumenten des Marketings, konzentriert sich jedoch ausschließlich auf das Unternehmen als Arbeitgeber. Die Produkte und Dienstleistungen selbst spielen dabei keine Rolle.
Er geht darum, dass sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber präsentiert und sich von den Mitbewerbern auf dem Arbeitsmarkt abhebt. Insbesondere in den Zeiten eines zunehmenden Führungs- und Fachkräftemangels wird es für Unternehmen immer wichtiger, sich für aktuelle Mitarbeiter als auch für potenzielle neue Mitarbeiter interessant zu machen.

Früher ging es in der Arbeitswelt meist nur um die Arbeitszeit und das Gehalt oder den Lohn.

Heute hört man immer wieder den Begriff Work- Life Balance und damit wird klar, dass ganz andere Faktoren für einen Arbeitnehmer entscheidend sind. Gehen wir doch kurz einmal 30 Jahre zurück. Damals gab es in den meisten Fällen noch das klassische Familienmuster. Der Mann arbeitet, die Frau versorgt den Haushalt und die Kinder. Zu diesem Muster gehörte auch das Auto und zwar je größer desto besser. Aber die Welt dreht sich weiter, die Zeiten ändern sich und die persönliche Lebens Planung verändert sich. Die Frauen sind bestens ausgebildet und stehen dem Arbeitsmarkt ebenfalls zur Verfügung. Gott sei Dank muss man sagen, denn wie groß wäre der Fachkräftemangel in Deutschland, wenn unsere Gesellschaft immer noch in den alten Denkmustern zu Hause wäre. Da sind wir mittlerweile 2 Schritte weiter, nur der Gehaltsunterschied ist noch existent. Aber auch das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Mit dieser Doppelverdiener Situation entstand langsam aber sicher ein ganz anderes Umfeld.

Auf einmal bekam die Frage, wie ist mein Kind tagsüber untergebracht, einen viel höheren Stellenwert. Vätern wurde es ermöglicht,  ebenfalls in den Erziehungsurlaub zu gehen. Zwei Einkommen geben eine zusätzliche Sicherheit, Autos sind weniger wichtig, öffentliche Verkehrsmittel wichtiger geworden. All dies macht Menschen weniger abhängig von einem Arbeitgeber.  Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht für jede Einkommensschicht gilt und es soll schon gar nicht abgehoben klingen, aber dieser Blog/ Podcast ist auf die Bedürfnisse von Unternehmern und Führungskräften zugeschnitten und für diese Zielgruppe bin ich mir sicher, richtig zu liegen.

Employer BrandingWenn aber einerseits Geld nicht mehr Priorität No1 ist und Arbeitnehmer zunehmend erkennen welchen Wert ihre Aufgabe hat, dann müssen Unternehmen umdenken, um zukünftigen Erfolg zu sichern. Ohne die gut ausgebildeten Arbeitskräfte läuft in einem Industrieland wie Deutschland sonst gar nichts mehr. Je schneller sich ein Unternehmen dementsprechend anpasst, desto besser und attraktiver ist es.

Die Positionierung

Mit der richtigen Positionierung als Arbeitgeber wirken Unternehmen zunächst einmal einer hohen und teuren Fluktuation vor. Zum anderen sind langjährige, treue Mitarbeiter auch diejenigen, die sich mit einem Unternehmen identifizieren und die Werte weitertragen. Gerade in Zeiten in denen der Arbeitsmarkt leergefegt ist, wirken diese langjährigen und treuen Mitarbeiter wie ein Multiplikator. Mundpropaganda sollte man bei der Neu Gewinnung von Mitarbeitern auf keinen Fall unterschätzen.

Maßnahmen

Wie können Unternehmen ein solches Employer Branding entwickeln?  Welche Maßnahmen gehören dazu? Was gilt es zu beachten? Zunächst gilt hier für ein Unternehmen, das eigene Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten. Was unterscheidet Unternehmen A von Unternehmen B? Was macht A besser als B? Dazu gehört es auch, eine Unternehmensvision zu entwickeln. Eine Vision ist das übergeordnete Leitbild, das jedem im Unternehmen das langfristige Ziel aufzeigt und zur Identifikation  beiträgt. Wichtig ist, dass die nach außen kommunizierten  Werte, Leistungen und Maßnahmen auch im Unternehmen gelebt werden. Wenn nicht, wird sich dies schnell herumsprechen oder neue Mitarbeiter werden das Unternehmen genauso schnell wieder verlassen wie sie gekommen sind.

Unbedingt beachten

Klar ist auch, Geld spielt hier nur die zweite Geige. Selbstverständlich kosten die folgenden Punkte die Unternehmen auch Geld, aber es landet auch nicht direkt in der Tasche des Arbeitnehmers.

Punkt 1:
Karrieremanagement sowie Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Mentoren Programme. Dabei geht es auch darum, wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter unterstützt, damit diese die eigenen Potenziale auszuschöpfen können. Dazu gehört auch der empathische, coachende Chef, der bei Problemen ansprechbar ist.

Punkt 2:
Flexible Arbeitszeiten.Es geht um eine Ergebnisorientierung und nicht um eine Anwesenheitsorientierung. Mit in dieses Feld zählt für mich auch der Gedanke an das Home office.

Punkt 3:
Kinderbetreuung im Unternehmen. Wieviel entspannter kann sich eine Mutter oder ein Vater der Arbeit widmen ohne z.B. gegen die Uhr zu arbeiten und das Kind pünktlich aus der Betreuung abholen zu müssen. Wieviel angenehmer wird der Arbeitsalltag für Eltern wenn sie wissen im Notfall schnell gerufen werden zu können.

Punkt 4:
Betriebliches Gesundheitsmanagement. Dazu zählen sowohl entsprechende Vorsorgeuntersuchungen als auch Sport und Freizeitmöglichkeiten.

Punkt 5:
Klare Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Stellen Sie sich einmal die Arbeitnehmerbindung vor, wenn Sie als Unternehmen diese Möglichkeit für Familie und Beruf bieten. Würde jemand seinen Arbeitgeber für ein besseres Gehalt verlassen wenn er sich woanders um Dinge wie Kinderbetreuung oder persönliche Weiterentwicklung selbst kümmern muss? Gleiches gilt für neue Mitarbeiter. Wieviel leichter wird es Ihnen unter diesen Vorzeichen fallen, interessierte Menschen für Ihr Unternehmen zu begeistern?

Punkt 6:
Firmenevents, die die Firmengemeinschaft stärken. Das können z.B. Weihnachts- oder Geburtstagsfeiern sein. Letztlich gilt immer: Wertschätzung = Wertschöpfung.
Employer Branding hilft Ihnen dabei, das Unternehmensimage herauszustellen sowie die Unternehmenskultur zu verbessern. Am Ende spart dieses Vorgehen sowohl Geld als auch Ressourcen, denn Ihre Mitarbeiter bleiben länger. Sie müssen weniger Geld ins Recruiting investieren und weniger Sorge haben, Aufträge abzulehnen weil die Mitarbeiterdecke zu dünn ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Tipps einige wertvolle Einblicke geben, wie Sie sich als wertvoller Arbeitgeber positionieren.

Mein letzter Tipp: Schieben Sie es nicht auf.

Die demographische Entwicklung liegt eher auf der Seite der Arbeitnehmer als auf der Seite der Arbeitgeber. Sogar Szenarien, dass sich zukünftig die Arbeitgeber bewerben und nicht mehr die Arbeitnehmer, sind mehr als denkbar.

Zitat der Woche:
Die Arbeit, die uns freut, wird zum Vergnügen.

William Shakespeare

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