GFG057- Warum Sie mit „Ich-Botschaften“ eine bessere Führungskraft werden.

Meinungsverschiedenheiten

Wie können Sie eine Meinungsverschiedenheit  richtig eskalieren lassen, wie gelingt es Ihnen, unterschiedliche Sichtweisen in ruhiges Fahrwasser zu steuern um sachlich darüber zu sprechen. Greifen Sie zu Ich-Botschaften und vermeiden Sie Du-Botschaften.

Heute geht es um den Unterschied von Ich-Botschaften und Du-Botschaften und ja, sie werden feststellen es geht darum, Kritik auf eine besondere und kooperative Art und Weise zu üben.

Wenn Sie nach dieser Sendung noch mehr über Kritik- oder Feedbackgespräche hören möchten, oder erfahren wollen wie Sie am besten mit Kritik an Ihrer eigenen Person umgehen sollten, dann empfehle ich Ihnen die Führungskräfte-Challenge 2016. Ich habe die Führungskräfte-Experten Nina Stromann, Bernd Geropp, Olaf Dammann, Lars Bobach, Stefan Mantel, Burkhard Bensmann, Maik Pfingsten und Judith Torma eingeladen, um Ihnen, gemeinsam im Team, noch mehr Impulse für Ihre Führungstätigkeit zu geben. Diese Challenge startet am 06.Okt. ist 100% kostenfrei und bietet Ihnen ein unglaublichen Gegenwert, den ich hier nicht in Euros beziffern möchte. Seien Sie bei diesem einmaligen Angebot dabei. Wir freuen uns, wenn Sie unser Gast sind. Zur Anmeldung besuchen Sie bitte meine Webseite www. thomas-reining.de unter aktuelles. Melden Sie sich einfach und schnell mit Ihrer Emailadresse an und sie erhalten die notwendigen Teilnehmerinformationen für die 9 Webinare. Wie freuen uns auf Ihren Besuch im Webinar Raum.

Du-oder Ich-Botschaften

Sie alle kennen die Situation. Sie ärgern sich über das Verhalten Ihres Mitarbeiters oder auch Ihres Kollegen. Ihnen platzt quasi der Kragen. Sie haben sich fest vorgenommen die Dinge, die Sie ärgern, anzusprechen und einmal richtig auf den Punkt zu bringen.

Und dann geht es bei der nächsten Gelegenheit richtig zur Sache.

  • Hast Du eigentlich schon die Produktionsumstellung kommuniziert?
  • Was ist mit der Auftragsbestätigung, die Du mir reinreichen wolltest?
  • „Wird sofort erledigt“, das hör ich immer von Dir. Du bist unzuverlässig und so kann ich nicht mit Dir zusammenarbeiten.
  • Permanent verschiebst Du jeden Termin.
  • Man kann sich überhaupt nicht auf Dich verlassen, Deine Arbeitsauffassung regt mich auf.

Wen wir uns über Dinge oder Verhalten ärgern, wollen wir diesen Ärger loswerden und oft auch sehr direkt loswerden.

Kennen Sie das auch?

Die Wirkung von Du- Botschaften

Und dabei tendieren wir, ähnlich wie Politiker, meist dazu, sogenannte Du- Botschaften zu verwenden. Die gerade genannten Beispiele sind alles solche Du- Botschaften.

Du –Botschaften führen jedoch meist nicht zu dem von uns gewünschten Ergebnis.  In der Regel werden wir nicht auf Verständnis bei unserem Gesprächspartner stoßen, sondern eher Ablehnung und Aggressivität erzeugen.

Solche Du-Botschaften haben die Eigenschaft, dass sie meist in einer angriffslustigen Art und Weise, aufgebracht und laut vorgebracht werden. Sie sind also nicht die besten Voraussetzungen, um ein konstruktives Gespräch zu führen.

Du-Botschaften sind geprägt von Kritik, Ablehnung, Besserwisserei oder Schuldzuweisung und sie sorgen entweder für einen lauten Streit und Gegenangriff oder erzeugen Schweigen, Rückzug und einen Gesprächsabbruch.

Was im besten Fall vielleicht für Sie sogar gut gemeint war, denn Sie wollten ja eine Sache voranbringen, hat am Ende das Ziel völlig verfehlt und kann langfristig zu kraftraubenden Grabenkriegen führen, die natürlich niemand verlieren möchte- Mobbing nicht ausgeschlossen.

Der Inhalt solcher Gespräche ist in der Regel nicht der ausschlaggebende Grund für solche Kontroversen, sondern die Form und die Art und Weise der Gesprächsführung.

Aber wie geht es besser? Wie können Sie Dinge ansprechen, ohne den anderen zu verletzen?

Greifen Sie einfach zu einer  positiven Ich-Botschaft. Was das ist und welchen Unterschied es macht erkläre ich jetzt.

Mit einer Ich-Botschaft sprechen Sie über sich selbst, Sie sprechen über Ihre Gefühle, Empfindungen, Wahrnehmungen, über Ihre Probleme, nicht über die Probleme Ihres Gesprächspartners. Es geht konkret um Ihr Verständnis und Ihr Erleben einer bestimmten Situation.

Eine solche Ich-Botschaft gibt Ihnen die Möglichkeit, über ein Problem zu reden, einen Missstand anzusprechen ohne dabei verletzend oder beschuldigend zu wirken.

Wie können Sie nun solche Ich-Botschaften formulieren, um mit Ihrem Gegenüber in ein konstruktives Gespräch zu gelangen?

  1. Erklären Sie oder erzählen Sie von Ihren Beobachtungen und Wahrnehmungen. Es geht hier nur um Ihre ganz persönlichen Empfindungen. Äußern Sie Ihre Gefühle, die sich auf ein konkretes Verhalten des anderen beziehen. Jede andere Person, die möglicherweise ebenfalls in die Prozesskette eingeschlossen ist, kann u.U. eine ganz andere Meinung zu diesem Thema haben. Vermeiden Sie es,  dem Empfänger Ihrer  Nachricht in irgendeiner Weise die Schuld zuzuweisen und  vermeiden Sie dabei beispielsweise Wörter wie „immer“, „dauernd“, „ständig“ oder „fortlaufend“.
  2. Bleiben Sie sachlich, beschreiben Sie die konkrete Situation. Beschreiben Sie die Situation in einer Art und Weise, dass sich Ihr Gegenüber die Situation wirklich vorstellen und in der Lage ist, sie zu verstehen.
  3. Formulieren Sie auch die Auswirkungen Ihrer Wahrnehmungen und verbinden sie diese mit einer Bitte. Vermeiden Sie jede Art von Beurteilung. Mit diesem Vorgehen erreichen Sie, dass Ihr gegenüber gar nicht erst in die Situation kommt sich verteidigen zu müssen sondern in der Lage ist, sein eigenes Empfinden zu schildern. Das eröffnet Ihnen die Möglichkeit in einen konstruktiven Austausch zu kommen und die Schwierigkeiten auf der Sachebene in Angriff zu nehmen.

Problemlösung

Mit solchen Ich-Botschaften schaffen Sie ein Umfeld in dem sich beide Seiten mit der Problemlösung beschäftigen, anstatt hartnäckig nach einem Schuldigen suchen.

Es liegt auf der Hand, dass wenn Sie über Ihre Gefühle und Empfindungen sprechen, nicht gleichzeitig als angriffslustig empfunden werden.

Wenn Sie lediglich über Fakten sprechen, nicht pauschalieren, wirkt es auch nicht abwertend- ganz im  Gegensatz zu Verallgemeinerungen wie „ Immer bist Du zu spät“.

Vielleicht gab es ja nur 2x eine Verspätung und möglicherweise gab es dafür sogar noch einen sehr guten Grund.

Ich-Botschaften inspirieren andere, in Zukunft ebenfalls Ich-Botschaften zu verwenden. Damit entsteht ein Klima des Vertrauens, in dem sich alle Beteiligten wohlfühlen. Auch festgefahrene Situationen können Sie auf diese Weise hervorragend entspannen.

Ich-Botschaften erfordern jedoch auch Mut, denn Sie zeigen etwas von sich, Sie geben etwas preis. Aber diese gewonnene Nähe erzeugt auch eine Atmosphäre des Vertrauens und der Vertrautheit und diese Nähe bildet die Grundlage für konstruktiven und respektvollen Umgang miteinander. Echtes Teamwork. Wenn Sie einmal vor Augen geführt haben möchten, wie erniedrigend Du-Botschaften sind, müssen Sie sich nur eine der unzähligen Polit-Talkshows anschauen.

Solche Shows brauchen die meisten von uns in ihrem Umfeld aber gar nicht.

Probieren Sie die Du-Botschaften einfach mal aus und geben Sie nicht auf, wenn es bei den ersten Versuchen nicht sofort klappt. Mit ein bisschen Übung werden sie feststellen, dass Sie mit Ihren Ich-Botschaften viel leichter und freundlicher die Dinge auf den Punkt bringen, die Ihnen wichtig sind. Und wenn Ihr Mitstreiter erstmal gesehen hat, dass Ihnen an kooperativen Lösungen gelegen ist, haben Sie als Führungskraft an Stärke gewonnen. Sie wissen ja, alle Stärke kommt von innen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Woche, nicht ohne nochmal an die Führungskräfte-Challenge erinnert zu haben.

Das Zitat der Woche, heute von – Heinrich Nordhoff einem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von VW: 

 „Man wird nicht dadurch besser, dass man andere schlechtmacht.“

Hier gehts zur Führungskräfte-Challenge 2016

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