GFG078-Führungskräfte als Leuchtturm in der digitalen Zukunft.

Die Herausforderungen für Führungskräfte in der digitalen Welt. Als Leuchtturm mit gutem Beispiel vorangehen und die Richtung zeigen. Willkommen zur Episode 78

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Seit Jahren hat sich der Begriff Globalisierung in unseren Köpfen eingebrannt. Sie wurde uns als die große Zukunftschance erklärt und hat, zumindest in der westlichen Welt, zu deutlich mehr Wohlstand geführt. Man kann mit Fug und Recht behaupten, nie ging es uns besser. Trotzdem ist das Empfinden der Menschen teilweise ein ganz anderes. Viele Menschen fühlen sich abgehängt und haben Sorge vor einer digitalen Welt. Sie denken an vergangene Zeiten und sehnen sich nach der guten alten Zeit und einer entschleunigten Welt. Was Ihnen fehlt, ist ihr Leuchtturm.

Die VUKA- Welt

Das mit dieser Frage ein gesellschaftliches Problem mit einer immer weiter auseinanderklaffenden Schere einhergeht, ist uns allen bewusst. Trotzdem sind wir nicht in der Lage für ein Wohlfühlklima zu sorgen.

Mittlerweile haben wir uns an die Globalisierung mit all ihren Begleiterscheinungen, sowohl positiv als auch negativ, gewöhnt und schon rückt ein neuer Begriff immer weiter ins Zentrum: „Die digitale Transformation“.

Einerseits können wir diese digitale Transformation als Chance betrachten, andererseits auch als eine Bedrohung.

In den 1990er Jahren wurde vom US ARMY War College der Begriff VUKA entwickelt. Man versuchte mit diesem Kunstwort eine sich immer wieder verändernde, unvorhersehbare Situation zu beschreiben. VUKA steht für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität.  Es geht um das steigende Ausmaß an Veränderungen und ungeplanten Veränderungen, die steigende Unsicherheit Ereignisse vorherzusehen, die zunehmende Anzahl von Abhängigkeiten und Verknüpfungen und die Mehrdeutigkeit der Faktenlage. Bitte hören Sie oder lesen Sie hierzu auch den Podcast / Blogartikel der Folge 67- über „Die Vuka-Welt“.

In solchen volatilen Systemen stehen permanente Änderungen und Veränderungen auf der Tagesordnung. Führungskräfte müssen lernen, wegzukommen von allzu starren Zielen und Plänen hin zu  agilen Organisationen mit klaren Visionen und effektiver Kommunikation. Führungskräfte fühlen sich in dieser Umgebung wie ein schwankendes Boot auf offener See und auch ihnen fehlt oft der Leuchtturm.

Hören Sie dazu gerne nochmal die Podcastepisode 67 über die VUKA-Welt.

Die Drehzahl steigt in der digitalen Welt

Wir sollten uns jedoch darüber im Klaren sein, dass sich mit der Digitalisierung die Drehzahl noch einmal mächtig und unaufhaltsam erhöhen wird.

Ich wage heute zu behaupten, dass der Unterschied in Sachen Geschwindigkeit und Komplexität zwischen der so oft „verteufelten“ Globalisierung und der digitalen Transformation  so groß sein wird wie zwischen einem VW Käfer aus dem Jahre 1960 und einem Formel1 Boliden auch dem Jahre 2030. Möglicherweise ist dieser Vergleich sogar noch zu tief gegriffen.

Vielen Menschen ist der Begriff „digitale Transformation“ zum ersten Mal wirklich angsterfüllend begegnet, als VW vor kurzem bekannt gab, im Zuge eines mittelfristigen Strategiewechsels und mittelfristigen Konzernumbaus bis zu 25000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen.

Mittlerweile spürt so gut wie jeder, dass weitere große Veränderungen vor uns liegen. Diese Veränderungen kommen in Zukunft nicht mehr in Wellenbewegungen sondern sie kommen stetig und konstant. Das macht es klar, dass Führungskräfte in der Zukunft eine ganz besondere Verantwortung tragen.

Die Wissensgesellschaft

Die WissensgesellschaftDas Wissen der Menschheit verdoppelt sich alle 3 Jahre. Es wird zukünftig in erster Linie darum gehen, dieses Wissen schnell und einfach zu verwalten. Hierarchische Strukturen mit einer „I am the Boss“-Mentalität, Machtkämpfe, Kleinkriege und Mobbing werden uns nicht voranbringen.

Wissen ist weltweit verfügbar und unser Erfolg ist in erster Linie davon abhängig, dieses Wissen schnell und effizient verfügbar zu haben. Entscheidend für diesen Erfolg wird die Fähigkeit sein, wie Menschen miteinander umgehen und bereit sind, ihr Know How zu vernetzen. Neben der intellektuellen Intelligenz  tritt dabei die soziale Kompetenz mehr und mehr in den Vordergrund.

Wichtigster Faktor wird sein,  wie Führungskräfte mit den Ihnen anvertrauten Menschen zusammenarbeiten und sich mit Ihnen zu Netzwerken organisieren.

Generation „Y“

Im Vergleich zu den 1960iger Jahren bis in die 1990iger Jahren stehen heute eine steigende Zahl gut ausgebildeter Frauen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Für Familien bedeutet dies weniger Abhängigkeit von dem Einkommen des alleinverdienenden Mannes und sehr viel mehr Freiheit, die Aufgabe zu suchen die Spaß macht und ausfüllend erscheint. Für Führungskräfte bedeutet dies, die Mitarbeiter und das Team ins Zentrum zu stellen, um nicht irgendwann als „Häuptling ohne Indianer“ dazustehen. Fehlende Wertschätzung und mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit werden in einer „Abstimmung mit den Füßen“ enden und die Spezialisten nach neuen, anderen und passenden Herausforderungen suchen lassen.

Was bedeutet dies für die Führungskräfte und die zukünftigen Herausforderungen?

Die folgenden Punkte zeigen, welche Dinge wir für eine zukünftige Führungskultur beachten müssen.

  • Offene und flexible Netzwerkstrukturen
  • Vertrauen in Mitarbeiter
  • Eigenverantwortung
  • Empowerment von Mitarbeitern (à engl. Befähigung, Stärkung, Mitwirkungsmöglichkeit)
  • Vernetzung untereinander
  • Vernetzung mit Kunden
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Ergebnisorientierung und keine Anwesenheitsorientierung inklusive der Fähigkeit Menschen auf Distanz zu führen
  • Zusammentreffen von unterschiedlichen Generationen, Frauen und Männern und Menschen unterschiedlicher Herkunft

Mitarbeiter, die das eigene Wirken nicht spüren und in den Zwiespalt zwischen Familie und Beruf geraten, werden nicht der Lage ihre gesamte Leistungsfähigkeit abzurufen.

Werte wie Offenheit, Ehrlichkeit und  Transparenz müssen in den Unternehmen fest verankert sein und von den Führungskräften vorgelebt werden.

Führungskräfte die der Versuchung erliegen, lediglich sagen zu wollen wo es langgeht, werden in Zukunft keine Akzeptanz finden.

Welchen Herausforderungen müssen sich Führungskräfte in der digitalen Welt stellen?

Welche Eigenschaften müssen Sie für die digitale Welt mitbringen? Ich habe 11 Punkte für Sie zusammengestellt.DieDigitaleWelt

  1. Die Bereitschaft sich selbst kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nie hatte der Satz „Stillstand ist Rückschritt“ eine größere Bedeutung.
  2. Reflexion des eigenen Verhaltens als Treibstoff für die persönliche Leistungsfähigkeit. Nur wer sein Tun und wirken ständig überprüft wird in der Lage sein mit den Veränderungen Schritt zu halten. Richtige Dinge gilt es beizubehalten und Fehler sofort und konsequent zu korrigieren.
  3. Die Fähigkeit Teams zusammenzustellen und zu entwickeln und vorhandenes Wissen in Netzwerken zusammenzuführen.
  4. Menschen zu motivieren, ihr Wissen in den Dienst des Teams, des Unternehmens zu stellen. Jedes Wissen, das auf Grund persönlicher Enttäuschungen zurückgehalten wird, wird den Erfolg in der digitalen Welt nicht nur schmälern sondern massiv gefährden.
  5. Hierarchieübergreifende Strukturen, Prozesse und Aktivitäten zu schaffen und so abzustimmen, dass das gemeinsame Ziel erreicht werden kann. Es geht um die gute Idee, um den richtigen Weg und nicht um Positionen oder Level.
  6. Verstehen Sie, dass Sie in der digitalen Welt nicht alles kontrollieren können und müssen.
  7. Lernen Sie in der digitalen Welt zu entscheiden, auch ohne das perfekte Bild vor Augen zu haben. Dabei helfen ein gutes Bauchgefühl und die Fähigkeit, die richtigen Menschen um Rat und Unterstützung zu bitten.
  8. Akzeptieren Sie, dass Ihre Entscheidungen auch falsch sein können und betrachten Sie die Erkenntnis darüber als einen Lernerfolg.
  9. Trauen Sie sich um Hilfe zu bitten und gehen sie mit eigenen Fehlern souverän um.
  10. Bereit zu sein, in einer zunehmend anonymen, digitalen Welt, Menschlichkeit zu zeigen und einen authentischen Wohlfühlfaktor zu etablieren. Dies bedeutet nicht Kuschelkurs aber Klarheit und Vertrauen durch Ehrlichkeit und Berechenbarkeit.
  11. Lernen Sie mit Stress umzugehen, achten Sie auf sich und gönnen sich angemessene Phasen der Erholung.

Sie sehen, die Herausforderungen für Führungskräfte werden immer komplexer und vielschichtiger. Als Führungskraft liegt es an Ihnen, Ihren Platz in diesem sich stetig ändern Umfeld zu finden und, wenn Sie ihn gefunden haben, als Leuchtum die Richtung zu weisen.

Wichtig ist es, sich den Veränderungen der digitalen Welt zu stellen, Sie zu akzeptieren. Es wird niemandem gelingen, diese Veränderungen aufzuhalten oder sogar zu stoppen.

Vergleichbar ist es vielleicht mit dem Schwimmen in rauer See.

Wir werden nicht in der Lage sein, die Wellen zu beruhigen oder Strömungen umzuleiten, aber nur wenn wir bereit sind zu arbeiten und mitzuschwimmen, werden wir nicht untergehen. Solche Veränderungen kosten Kraft und Willen und man sollte sie am besten in kleinen Schritten üben.

Mehr über die VUKA Welt erfahren Sie in Folge 67

 

In der nächsten Woche habe ich Ilja Grzeskowitz zu Gast, den Experten für Veränderungen und Change. Er ist ein gefragter Keynote Speaker und hat mittlerweile acht Bücher zu diesem Thema  geschrieben. Freuen Sie sich auf inspirierende Anregungen.

Damit kommen wir zu den Gewinnern des Gewinnspiels aus der Folge 75. Thomas Mangold hatte damals insgesamt vier Kurse als Geschenk mitgebracht. An dieser Stelle noch einmal ein „Danke schön“ an ihn.

Gewonnen haben den Selbstmanagement Kurs Inge Busch und Harald Noe und den Sport-Mentaltrainingskurs Sabine Paul und Dagmar Münch. Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

Sie werden in den nächsten Tagen eine E-Mail mit den notwendigen Informationen erhalten.

Zum Abschluss habe ich noch das Zitat der Woche für Sie heute stammt es von Ibrahim Evsan.

„Der Mensch hat sich einen neuen Lebensraum erobert: die digitale Welt.“

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