GFG099- Der Unternehmenszoo Teil 2

Der Unternehmenszoo
Rangkämpfe, Angriffe, Machtspiele, Verteidigung Teil2

Heute sind wir zurück im Unternehmenszoo. Haben Sie nach der letzten Episode zufällig Ähnlichkeiten mit Kollegen, Mitarbeitern oder Vorgesetzten festgestellt? Und mussten Sie dabei vielleicht sogar das eine oder andere Mal lächeln, wenn Sie mit jemandem gesprochen haben? In diesem zweiten Teil unseres Unternehmenszoo ´s habe ich 7 weitere Charaktere beschrieben, die Sie vielleicht ja auch aus Ihrem Team kennen. Hier gehts  in den Unternehmenszoo Teil1.

Die Katze

Bei einer Katze werden Sie Ihre eigene Hilflosigkeit feststellen. Wie es schon im Zitat der letzten Episode zur Sprache kam, sie macht was sie will und es interessiert sie auch nicht, wie Sie darüber denken. In der Tierwelt gilt die Katze als unerziehbar. Übertragen in unseren Unternehmenszoo betrachte ich die Katze als einen extrem schwer zu führenden Mitarbeiter, einen echten Freigeist. Machen Sie sich dies bewusst um hier nicht zu verzweifeln. Auch sollten Sie sich darüber im Klaren sein, welche Vorteile es bietet mit einer Katze zusammenzuarbeiten um ihr dann mit großer Geduld eine Position mit sehr vielen Freiheiten zu lassen.

 

Die Giraffe

Giraffen sind nicht selten höher gestellt, also möglicherweise auch Ihr Chef oder ein gleichgestellter Kollege. Giraffen sind in der Regel nicht gefährlich, neigen jedoch dazu, Ihnen als Führungskraft gerne einmal ins Ruder zu greifen. Ihre oft ungebetenen und nicht abgestimmten Kommentare machen es einer Führungskraft sehr schwierig in bestimmten Situationen die Führungsrolle zu übernehmen oder zu behaupten. Sorgen Sie bei Giraffen im Vorfeld bereits für die richtige Abstimmung, damit Sie Ihnen in den entscheidenden Situationen nicht in den Rücken fällt und Ihre Autorität untergraben wird.

Der Löwe

Der Löwe ist jemand, der sich mit Ihnen auf gleicher Stufe oder auch in vorgesetzter Position befindet.
Er wirkt immer ein bisschen schläfrig- sollte er jedoch aus seiner Lethargie geweckt werden, kann er ganz fürchterlich um sich schlagen. Respektieren und würdigen Sie unbedingt seine Position, andernfalls wird er die Rangordnung unmissverständlich wieder herstellen.
Auch Fehler mag der Löwe nicht akzeptieren was er mit seiner typischen Kopf durch die Wand Strategie zum Ausdruck bringt. Auch der Löwe liebt es vorher eingeweiht zu werden und nicht mit vollendeten Tatsachen konfrontiert zu werden.

 

Der Bär

Der Bär ist ein freundlicher, hilfsbereiter Mitarbeiter der ein bisschen tapsig vorgeht und gerne abschweift. Hier hilft es, ihm immer wieder das anvisierte Ziel ins Gedächtnis zu rufen.

 

Der Adler

Der Adler ist ein Perfektionist und schneller Entscheider, der größeren Risiken allzu gern aus dem Weg geht. Seine perfektionistische Art macht ihn ineffizient  und es bedarf immer wieder einer Aufmunterung sich nicht zu sehr in Details zu verlieren. Die perfektionistische Art, in Verbindung mit schnellen Entscheidungen, kann dazu führen, dass sich Kollegen in der Zusammenarbeit mit dem Adler übergangen fühlen.
Gerade in Projektarbeiten sollten Sie den Fortschritt eines Adlers gut im Auge behalten, um nicht zu einem späteren Zeitpunkt in größere Zeitnot zu geraten.

 

Der Affe

 Der Affe ist nicht selten der Witzbold in einem Unternehmen. Seine humorigen Ablenkungsstrategien helfen ihm einerseits, sich Konflikten zu entziehen, geben jedoch anderseits den Eindruck nicht greifbar zu sein. Er bringt den gewissen Witz in eine Runde, was ihn ebenfalls zu einem wertvollen Team Mitglied macht, aber er lenkt genauso gern sich und andere von den wirklich wichtigen Dingen ab. Das kann in bestimmten Phasen auch sehr positive Aspekte haben, achten sie jedoch darauf, dass der Fokus nicht allzu sehr verloren geht.

 

Das Pferd

Der ideale Mitarbeiter, das ideale Team Mitglied. Engagiert, sachlich und immer überlegt.
Ein absolut konstruktiver Mitstreiter, auf den Sie sich verlassen können und der wunderbar mitarbeitet und mitdenkt. Aber wir haben nicht nur Pferde in den Unternehmen und wir würden die Vielfalt vermissen.
Die Vielfalt, die uns durch ständige kleinere Reibereien und Meinungsunterschiede vorantreibt.
Und ob bei all dieser Zuverlässigkeit am Ende auch noch gelacht werden würde, ich weiß es nicht.

Der König der Tiere

Damit habe ich Ihnen meine Beispiele für einen  Unternehmenszoo vorgestellt.
Vielleicht kennt jemand von Ihnen auch das Buch von Jürgen v.d. Lippe  „ Der König der Tiere“.
Hier wird auf humoristische Art beschrieben wie die Tiere ihren König wählen wollen. Die Eigenschaften der Tiere sind jedoch so grundverschieden, dass man sich am Ende darauf einigt, keinen König zu bestimmen.
Ganz so geht es in den Unternehmen nicht, hier braucht es in der Regel den Leader, der den Laden zusammenhält und dann natürlich auch die unterschiedlichen Eigenschaften für das Team gewinnbringend einsetzen kann.

Machen auch Sie sich in Ihrem Unternehmenszoo immer bewusst, dass jedes Teammitglied, egal ob Reh oder Adler, Giraffe oder Hund, Breitmaulfrosch oder Igel seinen persönlichen Beitrag zum Gelingen in Ihrem Team liefern möchte. Auch wenn dieser Beitrag sehr unterschiedlich aussehen wird.

Vielfalt

Wenn ich vorhin am Beispiel Pferd sagte, dass diese die idealen Teammitglieder sind, denn sie sind die konstruktiven Mitdenker auf die wir uns verlassen können, dann empfehle ich Ihnen, sich einmal eine Pferdekoppel nach 3 Monaten anzuschauen. Da wächst dann nämlich kein Gras mehr.
Was Sie für den Erfolg brauchen, ist die Vielfalt. Den Freundlichen, Hilfsbereiten, den manchmal Schläfrigen, den scharfen Denker, den Spaßvogel usw.
Die Lärche die lieber früh morgens arbeitet und den Uhu, der spät abends sein Tagwerk vollbringt. Schauen Sie auf die positiven Seiten dieser Unterschiede und nicht auf das Trennende.
Wenn Sie einen Zoo besuchen, wollen Sie auch nicht nur Pferde sehen, sondern alles geboten bekommen.

Kennen Sie Ihren Nebenmann?

Interessant ist es zu sehen, dass die Zusammenarbeit umso besser klappt, wenn jedes Zoomitglied sich über die Eigenschaften seines Nebenmanns im Klaren ist. Je besser Sie sich und Ihr Team untereinander kennen, desto leichter fällt es, Stärken und Schwächen gemeinsam zu kompensieren.

 

Worauf müssen Sie als Führungskraft achten?

Für Sie als Führungskraft gibt es vier wichtige Aufgaben:
Beobachten, Erkennen, Finden und Handeln.

  1. Beobachten Sie
    1. Ihr Team und die Neulinge oder Bewerber in ihrem oder für Ihr Team. Achten sie auf die Vielfalt damit keine Langweile aufkommt.
    2. Vielfalt bedeutet Inspiration, Vielfalt bedeutet gegenseitige Herausforderung, Vielfalt bedeutet auch, Ihnen stehen ganz viele Stärken zur Verfügung.
    3. Stellen Sie Spielregeln auf mit denen alle im Team leben können.
  2. Erkennen Sie
    1. Schwierigkeiten, die es gibt oder die es geben könnte.
    2. Wo es Einzelne gibt, denen Sie Schutz und Unterschlupf bieten müssen
    3. Wenn sie anspornen und motivieren müssen und wo Sie andere möglicherweise abbremsen sollten, um das Ökosystem nicht in Gefahr zu bringen.
  3. Finden Sie heraus, welche Stimmungslage in Ihrem Team herrscht. Wie?
    1. Durch Präsenz, Gespräche, Feedback. Als Führungskraft arbeiten sie in erster Linie an Ihrem Team und nicht in Ihrem Team. Nur so sind Sie in der Lage, die unterschiedlichen Talente herauszufinden.
    2. Sich nur in die Fachaufgaben zu stürzen macht es schwierig, die Aufgabe als Führungskraft zu erfüllen.
  4. Handeln Sie klar, entschlossen, berechenbar und scheuen sie sich nicht davor, maßvolle, aber auch harte Entscheidungen zu treffen wenn Spielregeln und wenn Vereinbarungen nicht eingehalten werden.

Hier gehts zur Podcastfolge Unternhemenszoo Teil 1

Vielleicht haben Sie ja weitere Beispiele aus der Tierwelt, die ich hier nicht aufgeführt habe, die hier aber unbedingt mit dazu gehören. Dann hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

Zitat

Mit Adleraugen sehen wir die Fehler anderer, mit Maulwurfsaugen unsere eigenen.
St. Francis des Sales

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