GFG133- Durch Selbstdisziplin vom Rollstuhl zum Weltmeistertitel

Wie sehr hilft Selbstdisziplin?

Heute geht es um Selbstmanagement und Zielorientierung, um Motivation und Selbstdisziplin. Dafür habe ich einen der größten deutschen Radsportler in die Sendung eingeladen.

Der Unfall

Im August 1987 hatte Michael Teuber einen Autounfall. Zu dieser Zeit war er Abiturient, leidenschaftlicher Windsurfer und Snowboarder. Die Diagnose nach dem Unfall: Bruch des 2. und 3. Lendenwirbels mit inkompletter, aber irreversibler Querschnittlähmung. Die Prognose der Ärzte war niederschmetternd: Rollstuhlfahrer!

Nie aufgeben

Michael hatte jedoch eine minimale Restfunktion im rechten Oberschenkel, so dass er nicht aufgeben wollte, sondern bereits in der Reha sehr hart trainierte. Nach zwei Jahren konnte er weitgehend auf den Rollstuhl verzichten und sich mit Krücken und sogenannten Gehapparaten fortbewegen. Später benutzte er dann Gehstöcke und Peroneus- Schienen, die das Fussgelenk stabilisierten. Die Pereneos-Schienen benötigt Michael nach wie vor, unterhalb des Kniegelenks ist er komplett gelähmt, in den Oberschenkel konnte er etwa 2/3 der ursprünglichen Muskeln wieder auftrainieren.

Die ersten Fahrradtouren

Bereits 1989 begann Michael Teuber mit dem Radfahren, das Mountainbike war wegen der leichten Übersetzungen gut geeignet. Das Bike erwies sich als effektives Trainingsgerät und Radfahren war und ist für ihn letztlich einfacher als gehen. Dann folgte nach und nach die Entwicklung zum Radrennfahrer. Erst trainierte er hobbymäßig mit dem Mountainbike, dann begann er mit Downhill-Wettkämpfen und später trainierte er bereits intensiv für Mountainbike Marathons.

Professionelle Wettkämpfe

Selbstdisziplin __Michael TeuberSeit 1997 trainiert Michael Teuber professionell und nimmt an Wettkämpfen des paralympischen Radrennsports teil. Seit dem hat Michael Teuber im Paracycling 5 Paralympics-Siege sowie 20 Weltmeistertitel auf Straße und Bahn gewonnen, 9 Bahn-Weltrekorde erzielt und 4 Siege bei den World Games of Mountainbike errungen. Die ganze Familie und seine Frau Susanne, mit er ich etwa ein Jahr nach dem Unfall zusammenkam, haben ihn immer unterstützt. Michael Teuber hat neben seinem Engagement im Sport sein BWL-Studium mit Prädikat abgeschlossen und sich mit seinem Bruder selbstständig gemacht, dann jedoch die Chance für ein Leben als Radrennsportler ergriffen. Diese Chance verdankt Teuber außer seinem familiärem Umfeld seinen Sponsoren, allen voran der Sparkasse Dachau, aber auch seinen Sponsoren aus der Fahrradbranche und der Sporthilfe. Einen fast ebenso wichtigen Beitrag leistete die Förderung der DBS-Partner Allianz und Telekom für die Paralympics Athen 2004, Peking 2008, London 2012 und Rio 2016. Für die Paralympics Tokio 2020 wird Teuber von der Bundeswehr im Rahmen ihrer paralympischen Spitzensportförderung unterstützt.

Der Mutmacher

Die Selbstdisziplin mit der Michael Teuber seinen Weg gegangen ist und den er für die Zukunft ins Visiergenommen hat, ist bewundernswert. Gleichzeitig macht dieses Beispiel Mut, auch bei harten Rückschlägen niemals aufzugeben.

Damit komme ich zum Ende und wünsche Ihnen wie immer eine erfolgreiche Woche.
Passen Sie auf sich auf, bleiben Sie gesund oder werden Sie gesund, Ihr Thomas Reining.

Links

Homepage Michael Teuber

Bücher:

Michael Teuber: „Aus eigener Kraft“

Anna Maria Teuber: „Querschnitt“

Zitat

Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.
Arthur Schopenhauer

Bilder: Christian Teuber

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