GFG134- Weihnachtsfeier mit Ihrem Team

Planen Sie eine Weihnachtsfeier?

Haben Sie schon an Ihre Weihnachtsfeier gedacht? Das Jahr rennt und rennt. In wenigen Wochen feiern wir schon wieder Weihnachten, und ja, die Auslagen im Supermarkt sollten uns daran schon vor Wochen erinnert haben.  Trotzdem, ich bin ein Mensch, der zum jetzigen Zeitpunkt den Gedanken an Weihnachten, an´ s Geschenke kaufen und all die anderen Dinge, die damit im Zusammenhang stehen, noch gar nicht so richtig auf dem Schirm haben will. Aber der tägliche Blick in den Kalender verrät, es sind nur noch wenige Wochen bis Weihnachten.
Als Führungskraft und als Unternehmer sollten Sie diese Gedanken nicht immer weiter nach hinten schieben. Denken Sie daran, dass Sie sich mit einer gelungenen Weihnachtsfeier auch bedanken und ein hohes Maß an Wertschätzung zum Ausdruck bringen können.

Positiv nutzen

Ihre Mitarbeiter registrieren sehr wohl, wie Sie persönlich mit Weihnachten umgehen, ob eine Weihnachtsfeier oder ein kleines Weihnachtsgeschenk mit Bedacht ausgesucht wurde oder ob Sie das Fest nur in Form eines Weihnachtsgeldes nüchtern abarbeiten. Und darum möchte ich heute darüber sprechen wie Sie Weihnachten positiv nutzen können und wie Sie es schaffen, um keinen Reinfall zu erleben.

Dafür habe ich vier Punkte zusammengetragen:

  • Warum eine Weihnachtsfeier?
  • Welche Rahmen sollte einer Feier haben?
  • Wie sieht es mit Geschenken aus?
  • Worauf Sie unbedingt achten sollten.

Waum eine Weihnachtsfeier?

Kommen wir als erstes zu der Frage, warum überhaupt eine Weihnachtsfeier?
Bei mir schießen dabei sofort Gedanken über Firmenkultur und gemeinsame Werte in den Kopf.
Weihnachten ist für die meisten Menschen etwas Besonderes, egal wie gläubig sie sind. Weihnachten ist quasi  ein festes Ritual und Rituale laufen nach vorgegeben Regeln mit einem hohen Symbolgehalt ab. Rituale helfen uns auch, eine besondere Atmosphäre herzustellen. Weihnachten ist dafür nur ein vorzügliches Beispiel. Wir alle haben es selbst in der Hand,  bestimmte Handlungen zu Ritualen weiterzuentwickeln. Das kann ein gemeinsamer Wandertag sein, ein gemeinsames Feierabendbier oder eine Fest nach einem Projektabschluss.
Es geht um die Symbolik allen Teammitgliedern zu zeigen, dass man zusammen arbeitet, zusammen feiert, kurzum zusammen steht. Chefs und Führungskräfte können mit solchen Symbolen demonstrieren, dass Sie nicht abgehoben sind und sich selbst auch als Teamplayer verstehen.
Als Führungskraft sollten wir uns jeden Tag bewusst machen, dass es uns nicht hilft, gebetsmühlenartig auf Neue  zu wiederholden, dass „Wir“ ein Team sind. Als Führungskraft müssen wir diesen Gedanken vorleben, um glaubwürdig zu sein, zu bleiben oder vielleicht auch zu werden.
Aber zurück zu Weihnachten. Die Weihnachtszeit mit ihrer typischen Festlichkeit ist eine gute Gelegenheit den Teamgedanken und die Wertschätzung in den Mittelpunkt zu stellen.

Der Rahmen

Kommen wir zum Rahmen. Was ist für eine Weihnachtsfeier richtig und angemessen? Ist es besser mit dem ganzen Unternehmen gemeinsam zu feiern oder treffen sich Teams, Units oder Abteilungen zu kleineren und individuelleren Feiern? Die Beantwortung dieser Frage hängt von verschiedenen Faktoren wie Größe des Unternehmens oder den Wünschen der Mitarbeiter ab.Die Feier sollte sich jedoch immer an den finanziellen Möglichkeiten eines Unternehmens orientieren. Zu viel wird leicht als zu protzig und unangemessen empfunden, insbesondere wenn möglicherweise die letzte Lohnrunde etwas sparsamer ausgefallen ist. Zu minimalistisch erzeugt den Eindruck, dass Unternehmen möchte sogar an der Weihnachtsfeier sparen. Wie schnell fallen dann Sätze wie „ wir sind es denen da oben ja nicht wert“. Von daher wandert man als Unternehmen immer auf einem schmalen Grad und benötigt ein gutes Gespür.

Insbesondere wenn die Stimmung im Unternehmen etwas angespannt ist, legen die Mitarbeiter einen umso höheren Maßstab an. Da wird dann sofort verglichen mit den Feiern der letzten Jahre, oder der Nachbar wird zitiert, der gerade von der Weihnachtsfeier in seiner Firma erzählt hat und die ja so großartig war.
Sie sehen, über eine gelungene Weihnachtsfeier lohnt es sich, ein bisschen mehr nachzudenken.

Die Begrüßungsrede

Was gehört also zu einer Weihnachtsfeier?
Als freundlicher Gastgeber hält man in der Regel eine Begrüßungsrede und eröffnet möglicherweise das Buffet. In der Rede dürfen gerne einige persönliche Dinge gesagt werden, sie sollten sogar mit dabei sein. Zeigen Sie, dass Sie sich genauso auf Weihnachten freuen wie Ihre  Mitarbeiter.
Was auf eine Weihnachtsfeier überhaupt nicht gehört:

  • Rückblick auf die vergangene oder momentane schwierige Geschäftssituationen
  • Ein Ausblick auf Pläne, zukünftige Strategien oder Erwartungen für das nächste Jahr und diese womöglich noch als Powerpoint präsentiert.
  • Zukünftige Einsparungsmaßnahmen

Das lähmt die Stimmung und langweilt die Anwesenden. Auch mit der Rede aus dem letzten Jahr gibt es heuer keinen Blumentopf mehr zu gewinnen. Was Sie natürlich tun können ist, gemeinsame Erfolge Revue passieren zu lassen und zu feiern oder auch ganz grob skizzieren welche tollen Aufgaben oder Herausforderung im nächsten Jahr auf das Unternehmen warten.

Bedanken Sie sich

Stellen Sie heraus, dass diese Herausforderungen wie gemacht sind für ein so großartiges Team. Bedanken Sie sich für das Engagement und loben Sie Ihre Mitarbeiter. Nicht aufgesetzt, nicht überschwänglich, aber angemessen und fair. Die Mitarbeiter und die Teams zu loben ist immer wichtig und richtig, aber eine Weihnachtsfeier zu nutzen, um Einzelne zu herauszustellen, möglicherweise sogar mit Lob zu überschütten, vielleicht noch Urkunden oder Extrageschenke zu verteilen, dass sollten Sie sich sehr gut überlegen. Meistens wirkt es deplatziert und zieht die Stimmung richtig in den Keller.
Ausnahme:
Sollten Sie eine Art Festtagskomitee haben, deren Mitglieder den Abend geplant und vorbereitet haben, darf ein Dank natürlich nicht fehlen.

Gastgeberpflichten

Als Chef, Vorgesetzter oder Führungskraft haben Sie natürlich auch gewisse Gastgeberpflichten.
Dazu gehört neben Begrüßung, auch das persönliche Gespräch oder etwas Small Talk.
Solch ein Abend bietet eine tolle Gelegenheit sich auszutauschen und besser kennenzulernen.  Gerade in größeren Unternehmen kommt es vor, dass der CEO oder der Geschäftsführer den ganzen Abend nur mit seiner Führungsmannschaft zusammenhockt. Tun Sie das nicht.
Dafür haben Sie in unzähligen Meetings doch mehr als genug Gelegenheit.
Springen Sie über den eigenen Schatten, gehen Sie unter die Leute und unterhalten Sie sich.
Nutzen Sie diese Gelegenheit jedoch bitte nicht aus, um in einer familiären, weihnachtlichen Atmosphäre Leute auszufragen.

Keine Hinterlist

Je nach Frage kann dies allzu leicht als hinterlistig und als ausspionieren empfunden werden. Im persönlichen Gespräch fragen Sie doch besser nach den weihnachtlichen Ritualen, die in den Familien Ihrer Mitarbeiter gepflegt werden oder ob Sie über die Weihnachtsfeiertage noch zu Besuchen auf die Autobahn müssen. An Gesprächsstoff mangelt es bestimmt nicht. Nehmen Sie sich für diesen Abend auch nicht weiter vor. Wenn Sie es darauf anlegen zu demonstrieren, wie wenig Sie diese Feier und damit Ihre Belegschaft angeht, dann verlassen Sie die Feier vorzeitig. Es soll ja Führungskräfte geben, da sind Mitarbeiter froh wenn sie gar nicht erst kommen oder ganz schnell wieder weg. Das sagt dann aber auch schon vieles über die Stimmung im Unternehmen aus.
Und sollte es wirklich ein bisschen knistern, dann ist die kommende Weihnachtsfeier die erste und beste Gelegenheit, eine Zeitenwende einzuleiten. Ebenso fatal ist es, als Führungskraft gar nicht erst zu erscheinen, weil man sich seinem Hobby widmen möchte, keine Zeit oder, der Klassiker, vorgibt noch arbeiten zu müssen.
All diese Punkte gelten natürlich nicht nur für den obersten Chef, sie gelten selbstverständlich für jede Führungskraft.

Die Teamfeier

In vielen, gerade größeren, Unternehmen ist es nicht unüblich neben der Firmenweihnachtsfeier auch als Abteilung oder Team zusammenzukommen.
Laden Sie jeden ein, der zu Ihrem Team gehört. Gerade in Matrixorganisationen oder Projektteams gibt es Überlappungen und es ist unklar wer genau zum Team gehört.
Gerade wenn es unklar ist, lieber jemanden zu viel einladen, als jemanden zu vergessen. Auf Grund dieser Überlappungen kann man dann schon mal zu drei oder 4 Weihnachtsfeiern eingeladen werden. Da kann dann der Einzelne selbst  entscheiden ob er mitgehen möchte oder nicht. Wird er jedoch vergessen, wird es sich mit Sicherheit ärgern.

Wer zahlt eigentlich?

In großen Unternehmen werden solche Feiern in der Regel vom Unternehmen getragen.
Bei kleineren oder wirtschaftlich schwächeren Unternehmen, gibt es vielleicht nur einen Zuschuss. Es kommt ebenfalls vor, dass ein Weihnachtsessen als private Veranstaltung gesehen wird und die Kosten von den Teilnehmern allein getragen werden. Wenn Sie als Führungskraft solch einen privaten Weihnachtsabend organisieren, achten Sie bitte neben dem entsprechenden festlichen Rahmen auch auf die Kosten.

Die richtige Lokalität

Der Sachbearbeiterin Frau Meyer, der Aushilfe Herr Schulze und der Praktikantin Frau Müller kann beim Anblick der Speisekarte nämlich sehr schnell der Appetit vergehen, weil sie es sich einfach nicht leisten können. Darum sollte man entweder eine Lokalität aufsuchen, die preislich niemanden überfordert oder fairerweise einen Verteilungsschlüssel wählen der der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht. Gute Erfahrung habe ich damit gemacht, dass die Kosten für den Abend schon im Vorfeld klar sind und man einen gerechten Verteilungsschlüssel vereinbart. Und wer über den vereinbarten Rahmen hinaus noch einen teuren Wein oder andere Extras bestellen möchte, zahlt diese selbst. Achten Sie als Führungskraft aber auch hier darauf, nicht aus dem Rahmen zu fallen.

Die Vorbereitung

Vorbereitung ist alles im Leben, auch für eine Weihnachtsfeier. Bereiten Sie sich mental auf die Weihnachtsfeier vor. Viele Führungskräfte betrachten solche Abende nur als eine lästige Pflicht. Das große Problem dabei ist, man merkt es ihnen an. Bedenken Sie, ein solches Ritual,  eine solche Feier ist enorm wichtig für das Team, für den Zusammenhalt und die Dynamik.

Ice Breaker

Eine solche Feier bietet die Gelegenheit, sowohl Mitarbeiter als auch Vorgesetzte besser kennenzulernen. Auch Sie selbst können sich in einer ungezwungenen Atmosphäre von einer anderen Seite zeigen. Es wäre nicht das erste Mal, dass bei solchen Gesprächen Talente entdeckt und herausgefunden werden, die für den einen oder anderen einen Karrieresprung bedeuten. Nutzen Sie auch die Gelegenheit, mit den Menschen zu sprechen, mit denen Sie in der Regel nicht so gut zurechtkommen.
Die Weihnachtsfeier kann dafür zu einem echten Ice Breaker werden.

Dresscode

Sprechen wie auch über das richtige Outfit. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass die Mitarbeiter diese Gelegenheit gerne nutzen, sich richtig schick zu machen, sich selbst mal richtig zu präsentieren. Da kommt dann die Abendgarderobe zum Einsatz und die Damen legen ein nettes Makeup auf. Als Führungskraft sollten Sie diese Wertschätzung  zurückgeben. Kommen Sie nicht in der letzten Jeans vorbei, womöglich haben Sie kurz vorher noch den Anzug abgelegt. Was ebenfalls dazugehört ist die entsprechende Pünktlichkeit.

Der Blick in den Terminkalender

Wer sich bis jetzt noch gar keine Gedanken über die gemeinsame Weihnachtsfeier gemacht hat, der sollte jetzt ganz schnell werden.
Weihnachten kommt ja immer völlig überraschend Ende Dezember. Dementsprechend muss noch jetzt schnell etwas übers Knie gebrochen werden. Man findet nur unter größten Schwierigkeiten eine halbwegs gute Location und viele Teilnehmer haben den Terminkalender schon randvoll gefüllt, sei es für den Sportverein, den Elternrat oder wo auch immer.
Spätestens im nächsten Jahr planen sie frühzeitig, am besten schon im zweiten Quartal und binden Sie Ihre Mitarbeiter ruhig in diese Planung ein.

Schwarmintelligenz

Das wirkt der Hektik entgegen, steigert bei allen die Vorfreude, alle können sich beteiligen und sich rechtzeitig den Termin freihalten.
Auch bei der Planung von Weihnachtsfeiern gibt es Schwarmintelligenz und die verrücktesten Ideen kommen auf den Tisch. Vielleicht gehen sie vor dem Abendessen nochmal Eislaufen, besuchen ein Konzert oder ein Museum, machen eine Dampferfahrt oder organisieren einen Teamevent. Die Form in der sie gemeinsam auf das Jahr zurückblicken und es ausklingen lassen, bestimmen sie am besten gemeinsam.

Geschenke

Für viele gehören Geschenke auch zu einer Weihnachtsfeier im Team. Auch hier geht es mehr um die Symbolik als um den wirtschaftlichen Wert des Geschenks. Es gibt genug Möglichkeiten mit Kleinigkeiten Freude zu machen und gemeinsam Spaß zu haben. Sie haben bestimmt genug Fantasie, um hier die richtige Möglichkeiten für Ihr Team zu finden, egal ob Jule Klapp oder Schrottwichteln dabei rauskommt.

Sitzordnung

Wie gesagt, all diese Details können Sie an ein kleines Organisationskomitee delegieren, dass dann vielleicht sogar die Sitzordnung im Auge behält. Andernfalls gibt es die übliche Grüppchen Bildung und es sitzen wieder die Leute zusammen die sich sowieso schon am besten kennen.

Die Kontrollverluste

Der Vollständigkeit halber auch noch einige delikate Punkte. Behalten Sie die Kontrolle. Ich will hier weiß Gott keine Regeln aufstellen, wie viel jemand trinken darf, aber die Kontrolle sollte man nie verlieren.
Wenn Sie sehen, dass jemand in den Zustand des Kontrollverlustes gerät, seien Sie so aufmerksam, um Fürsorge zu tragen, dass dieser jemand rechtzeitig einen Hinweis erhält  und später auch sicher nach Hause kommt.

Das „DU“

Auch sollte niemand die Weihnachtsfeier als einfache Gelegenheit nutzen, Vorgesetzte spontan zu duzen. Sollten Sie als Führungskraft hier in eine Zwickmühle geraten, dass Ihre Mitarbeiter Sie unbedingt Duzen möchten, ist es besser vorbereitet zu sein. Eine Einwilligung passiert schnell, anschließend müssen Sie damit leben. Also machen Sie sich vorher klar was es bedeutet, ob sie es möchten und wie Sie es freundlich bestimmt ablehnen. Das ist besser als mit einen gequälten DU in Zukunft umgehen zu müssen.
In vielen Unternehmen trifft dies gar nicht mehr zu, dort ist das DU auf allen Ebenen Usus.

Flirts auf Weihnachtsfeiern sind auch immer wieder gerne ein Thema, aber das möchte ich hier nicht weiter vertiefen. Am Ende ist es für alle Beteiligten häufig eine sehr peinliche Angelegenheit und auch als Vorgesetzter oder Chef ist es kein angenehmes Gefühl, andere dabei zu beobachten. Als Führungskraft bleibt Ihnen am nächsten Tag nur die Möglichkeit, darüber großzügig hinwegzusehen oder, wenn dies nicht möglich ist, die Fälle professionell anzusprechen und Lösungen zu finden.

Schreiben Sie uns

Noch eine Bitte zum Schluss. Hinterlassen Sie doch hier im Blog einen Kommentar über Ihre Weihnachtsfeier. Schreiben Sie uns, was Sie tolles gemacht haben.
Ihre Anregungen können für andere eine Inspiration für das nächste Jahr sein.

Und für diejenigen, die sich vielleicht kritisch äußern möchten:
Diese Kommentare schicken Sie mir am besten per E-Mail an mail@thomas-reining.de. Ich veröffentliche den Artikel  dann gerne für Sie ohne volle Namensnennung.
Damit kommen wir zum Ende der heutigen Sendung. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Organisation Ihres Weihnachtsevents und mit Ihrem Team eine richtig gelungene Veranstaltung. Bleiben Sie gesund oder werden Sie gesund, Ihr Thomas Reining.

Zitat:

Nur wer die Herzen bewegt, bewegt die Welt.
Ernst Weiche

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